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Meerschweinchen - Cavia aperea porcellus

 

 

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Physiologische Besonderheiten Parasiten Erkrankungen 10 Regeln zur Fütterung

Verdauung

Fortpflanzung

Sonstiges


Milben / Räude

Haarlinge


Vitaminmangel

Abszesse

Zahnanomalien

Ovarialzysten


Fütterung

 

 

Physiologische Besonderheiten

 

Verdauung

Beim Meerschweinchen haben alle Zähne offene Wurzeln und wachsen das ganze Leben über permanent nach. Ähnlich wie beim Kaninchen findet auch beim Meerschweinchen die Verdauung überwiegend im Blinddarm statt. Hier befindet sich mehr als die Hälfte des gesamten Magen - Darm - Inhaltes. Durch die Wiederaufnahme des eigenen Kotes (Koprophagie) können die Tiere ihren gesamten Vitamin B - Bedarf decken und ebenfalls Vitamin K aufnehmen. Eine weitere Besonderheit ist ebenfalls, daß das Meerschwein kein Vitamin C selbst synthetisieren kann und daher auf eine Zufuhr über das Futter angewiesen ist. Aufgrund der spezifischen Flora von Bakterienen im Magen - Darm - Bereich führt jede Störung zu einer schnellen Reaktion, was sich häufig in Durchfall (Diarhoe) oder auch Schocksymptomatik niederschlägt. Gleichfalls sehr empfindlich reagiert das Meerschweinchen auf die Gabe von verschiedenen Antibiotika.

 

Fortpflanzung

Im Verhältnis zu vergleichbaren Tierarten weist das Meerschwein eine relativ lange Tragezeit auf, welche zwischen 60 bis 70 Tagen schwankt. Die Wurfgröße beträgt 2 bis 5 Tiere. Die Neugeborenen sind voll entwickelt und können das Nest gleich verlassen (Nestflüchter). Mit 3 Wochen können die Jungtiere abgesetzt werden.        

Weitere Besonderheiten weisen die männlichen Tiere auf. So sind sie in der Lage, ihre Hoden in den Leistenkanal zurückzuziehen, womit diese dann nicht mehr palpierbar sind. Desweiteren weisen sie einen Penisknochen auf.

 

Sonstiges

Das Körpergewicht unterliegt einer größeren Schwankung. Weibliche Tiere wiegen ausgewachsen zwischen 700 bis 1000 g (+/-), die männlichen Tiere können bis 1800 g auf die Waage bringen. Bei optimalen Haltungs- und Fütterungsbedingungen besteht eine Lebenserwartung bis zu 8 Jahren. Meerschweinchen sind dämmerungs- bis nachtaktive Tiere, die sich untereinander akustisch (Pfeifen) verständigen.

 

Parasiten

 

Milbenbefall / Räude

Ein beim Meerschweinchen öfter auftretendes Erkrankungsbild ist der Befall mit Milben. Im Vordergrund stehen dabei die Sarkoptesmilben, gelegentlich treten auch Pelz- oder Demodexmilben auf.       

Typisches Symptom dieses Parasitenbefalls sind Juckreiz und Haarausfall. Häufig ist der Juckreiz so stark, das die Tiere plötzlich und unvermittelt aufquieken bis hin zu epilepsieähnlichen Anfällen. Ferner kommt dann meist eine starke Schuppen- bzw. Krustenbildung der Haut hinzu. Im Verlaufe der Krankheit magert ein teil der Patienten sehr stark ab (Kachexie) und erscheint vom äußeren Haarkleid aus sehr ungepflegt.   

Der Milbenbefall stellt eine Faktorenkrankheit dar, d. h. es spielen mehrere Ursachen für den Ausbruch eine Rolle. Unsaubere Haltung und vor allem altes Heu (meistens Infektionsquelle) sind die wichtigsten Faktoren.

 

Haarlingsbefall

Gelegentlich können beim Meerschwein auch Haarlinge auftreten. Diese sind dann auch für den Besitzer optisch zu sehen. Die Haare weisen kleine, weißlich - bräunliche Gebilde auf, die wie festgeklebt erscheinen. Das Haarkleid wird nach einiger Zeit struppig und es kommt zu Haarausfall. Es folgen Juckreiz, Abmagerung und stellenweise Ekzeme.

 

Vitaminmangel

Mangel an

 

Symptome

Vitamin A

 

Krämpfe, Lähmungen, Durchfall, Inappetenz, Bewegungsstörungen

Vitamin B

 

Durchfall, Abmagerung, Haarausfall, Hautentzündungen

Vitamin C

 

verminderte Körperabwehr, Bewegungsstörungen, verdickte Gelenke, schlechte Wundheilung

Vitamin D

 

Rachitis

Vitamin E

 

Sterilität, Totgeburten, Fehlgeburten, Muskelschwäche

 

Vitamin K

 

Blutungsneigung, Blutgerinnungsstörungen

 

Biotin

Verminderung der eigenen Körperabwehr

 

Zahnanomalien

Die ständig nachwachsenden Zähne führen beim Meerschweinchen sehr oft zu Störungen beim Fressen / Kauen. Durch mangelnde Abnutzung der Zähne beim Fressen oder übermäßiges Wachstum und dadurch bedingte Fehlstellungen wird es dem Tier oft unmöglich, Futter aufzunehmen. Im schlimmsten Fall kann das bis zum Verhungern des Tieres führen! Probleme bei der Nahrungsaufnahme bei anfänglich gutem Appetit, allmähliches Abmagern, unzerkautes Futter in der Mundhöhle oder auch Speicheln können Indizien für Zahnanomalien sein.

 

Abszesse

Eine Besonderheit beim Meerschwein ist das relativ häufige Auftreten von Abszessen. Vorwiegende Lokalisation ist im Kopfbereich, hier vor allem im Bereich der Unterkiefer. Die Ursachen sind mannigfaltig, u. a. durch manuelle Verletzungen (z.B. Einstreu) oder auch Zahnanomalien. Das Größenwachstum dieser Abszesse variiert ebenfalls von Fall zu Fall sehr stark. Zum Teil ist das Tier in seinem normalen Verhalten nicht gestört, so daß Zubildungen erst erkannt werden, wenn sie sehr groß sind. Mit zunehmender Größe kann es aber auch zu verminderter Futteraufnahme und Störungen des Allgemeinbefindens kommen.

 

Ovarialzysten

Pathologische Untersuchungen an Meerschweinchen haben ergeben, daß fast drei Viertel aller untersuchten, weiblichen Tiere Zysten an den Eierstöcken aufweisen. In den meisten Fällen äußert sich das Krankheitsbild nicht sichtbar. Je nach Größe und Intensität der Zyste kann es aber auch zu klinischen Symptomen kommen, die sich u. a. in symmetrischen Haarausfall in beiden Flankenbereichen und in einer starken Umfangsvermeh- rung des Bauches äußern. Nicht selten sind diese Umfangsvermehrungen sogar als Tischtennisballgroße Gebilde sicht- und fühlbar.

 

 

10 goldene Regeln für richtiges Füttern von Meerschweinchen (© IVH)

1. Grün- und Saftfutter stets frisch verfüttern

Was nach einer halben Stunde bis Stunde nicht aufgefressen wurde, aus dem Käfig entfernen (das gilt nicht für Heu!). Es könnte sonst welken, faulen oder schimmeln.

2. frisches Futter stets waschen

Gemüse, Salat und Obst immer gut auswaschen, ausschwenken und abtropfen lassen.

3. Heu und Grünzeug immer in die Raufe geben

Nicht einfach auf den Boden des Käfigs werfen, da es dort leicht verschmutzen kann.

4. Vorsicht beim Sammeln von Grünfutter

Nicht am Straßenrand (Abgase) oder von Wiesen sammeln, die viel von Hunden aufgesucht werden, auch nicht an den Rändern von landwirtschaftlich genutzten Flächen (Dünge- und Spritzmittel).

5. Futter richtig anbieten

Nichts direkt aus dem Kühlschrank verfüttern, nichts Gekochtes oder Gebratenes anbieten, keine Tiefkühlgemüse und keine Konserven.

6. zu regelmäßigen Zeiten füttern

Speziell Meerschweinchen gewöhnen sich daran.

7. keine abrupten Futterumstellungen vornehmen

Wenn im Winter hauptsächlich Trockenfutter gefüttert wird, darf im Frühling nicht von einem Tag auf den anderen auf frisches Grün umgestellt werden.

8. immer abwechslungsreich füttern

Fertigfutter in kleinen Mengen reichen, dazu Grünfutter mit ausreichend Heu, dann entstehen keine Verdauungsprobleme.

9. immer frisches Wasser anbieten

Täglich frisches Wasser in den Trinkautomaten füllen.

10. für Bewegung sorgen

Speziell bei Meerschweinchen für ausreichende Bewegung sorgen, damit das Tier vital und gesund bleibt. Hat es Speck angesetzt, ruhig einen Fastentag pro Woche einführen, an dem nur Wasser und Heu gereicht wird.